Mein Bienengarten

… im Juni

Jetzt ist die Zeit, in der Honigbienen im wahrsten Sinne des Wortes ins „Schwärmen“ kommen.

Für diese natürliche Vermehrung verlässt die alte Königin mit einem Teil des Volks den Stock, noch bevor die Jungköniginnen schlüpfen. Ein solcher Bienenschwarm strotzt vor Vitalität und bietet ein faszinierendes Naturschauspiel: Circa 10.000 Bienen entscheiden gemeinsam, wohin die Reise für die Neugründung geht.

Generell ist nun die Hochsaison für alle Bienen angebrochen: Hummeln und Co fliegen im Garten besonders geschäftig die nektarreichen Blüten von Flockenblumen, Klee oder Brom- wie Himbeeren an. Es ist die optimale Zeit zum Beobachten der fleißigen Insekten – aber genau hinschauen: nicht alles was aussieht wie eine Biene ist es tatsächlich.

Schwebfliegen und auch Schmetterlinge (Glasflügler) können Bienen und Hummeln täuschend echt immitieren. Als gutes Unterscheidungsmerkmal dient die Fühlerlänge: Fliegen haben sehr kurze, nur aus drei Gliedern bestehende Fühler, Glasflügler keulenartig verdickte. Bienen haben deutlich erkennbare, längere Fühler.

Tipps für den Bienengarten:

  • Mut zum Natürlichen: Vermehrt Blühstreifen und spontan wachsende Vegetation als kleine Oasen im Garten zu- bzw. beim Mähen stehen lassen. Ungemähte Teilgebiete im Garten so anlegen, dass sie als Schlafplatz für Wildbienen auch über den Winter bleiben dürfen.
  • Garteln ohne Gift: Wer seinen Garten bienenfreundlich gestalten will, sollte auf chemisch-synthetische Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungsmittel verzichten. Denn die treffen oft nicht nur die angepeilten Plagegeister, sondern auch andere Arten. Obendrein landen die Giftstoffe früher oder später auch in unserer Nahrung. Das Bodenbündnis OÖ bietet mit dem kostenlosen Folder „Garteln ohne Gift“ wertvolle Tipps und Alternativen an.
  • Kunst des Nicht-Mähens: Ein guter Mähzeitpunkt von Wiesen ist entweder sehr früh oder spät am Tag, da Bienen in erster Linie um die Mittagszeit aktiv sind. Wenn möglich sollten benachbarte Wiesen zeitlich versetzt gemäht werden, damit die Bienen ausweichen können. So praktisch ein Rasenroboter auch sein mag, ein Bienenfreund ist er nicht.
  • Blumenwiese statt Rasenfläche: Wenn Teile des Rasens in bunte Blumenwiesen verwandelt werden, freuen sich die Bienen besonders. Wie das gelingt erfährt man hier Schritt für Schritt. Allerdings gedeihen viele Wildblumen am besten auf mageren Standorten, daher Flächen nicht düngen und durch Entfernen von Schnittgut abmagern.
  • Weniger mähen ist mehr: Für solche Blumenwiesen sind 2 Mahden während der Vegetationsperiode ausreichend. Jetzt im Juni nach der Blüte der Margerite ist ein idealer Zeitpunkt für die erste Mahd. Am besten mäht man mit einer Sense, da sie insektenschonend ist. Das Mähgut bitte wenige Tage zum Aussamen-lassen auf der Fläche trocknen und danach entfernen: Es wäre ein natürlicher Dünger, den die Blumenwiese nicht braucht.
  • Bienentränke schaffen: Wer kein Gewässer in der Nähe hat, kann Bienen bei Trockenperioden Wasser anbieten: Eine einfache Wasserschüssel mit herausragenden Steinen erfüllt schon ihren Zweck.

Bienenfreundlich Garteln – ein Auszug aus Klima*Kaleidoskop des Freien Radio Salzkammergut

STAUDEN für den Bienengarten

Bienenfreunde wissen, dass sie ihren Lieblingen mit einem möglichst blütenreichen Garten unter die Flügel greifen können. Allerdings ist es nicht gerade einfach, aus dem großen Sortiment in den Gärtnereien die wirklich bienenfreundlichen Pflanzen zu finden.

Denn die Bezeichnung „Bienenfreundlich“ ist – anders als „Bio“ bei Lebensmitteln – nicht geschützt. So werden zahlreiche nicht-heimische Pflanzen und Saatgut mit bunten Exoten als „bienenfreundlich“ beworben. Wenn überhaupt helfen diese Pflanzen „nur“ der Honigbiene sowie einigen Generalisten unter den Wildbienen. Rund ein Drittel der 420 in Oberösterreich heimischen Wildbienen haben sich im Laufe der Evolution an die heimischen Blütenpflanzen angepasst. Diesen Wildbienen kann mit standortgerechten Staudenbeeten eine Nahrungs- und Lebensgrundlage geboten werden.

Das Bodenbündnis in OÖ hat folgende Bepflanzungsanregungen hier zusammengefasst!

Weitere Tipps fürs Bienenfreundliche Garteln in unseren Broschüren.