Beitrag vom 6. Juli 2026

Bienenfest und Auszeichnung 2026

Beim Bienenfest 2026 stand das Bildungshaus Schloss Puchberg ganz im Zeichen von Artenvielfalt, Vernetzung und kommunalem Engagement. Neue Gemeinden wurde aufgenommen, verdiente geehrt.

Rund 70 Vertreter:innen aus oberösterreichischen Gemeinden folgten am 6. Juli 2026 der Einladung zum Bienenfest ins Bildungshaus Schloss Puchberg in Wels.

Den Auftakt bildete ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm mit zwei spannenden Führungen rund um Biodiversität Biodiversität, naturnahe Lebensräume und den Erhalt alter Obstsorten.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen anschließend die feierliche Auszeichnung von zehn neuen Bienenfreundlichen Gemeinden sowie die Ehrung jener Gemeinden, die sich bereits seit fünf Jahren mit großem Engagement für Biodiversität, Bodenschutz und den Schutz unserer bestäubenden Insekten einsetzen.

Das Team der Bienenfreundlichen Gemeinde des Klimabündnis Oberösterreich durfte die zahlreichen Gäste willkommen heißen. Ein gemütlicher Ausklang bei Buffet und Live-Musik bot anschließend Gelegenheit für persönlichen Austausch, Vernetzung und neue Ideen für die weitere Arbeit in den Gemeinden.

Rahmenprogramm zum Auftakt

Der Nachmittag begann mit einem frei wählbaren Rahmenprogramm, das Einblicke in gelebten Naturschutz und den Erhalt wertvoller Kulturlandschaften bot.

1. Naturschutzfachlicher Rundgang durch Park und Wald von Schloss Puchberg
Beim naturschutzfachlichen Rundgang durch Park und Wald des Bildungshauses Schloss Puchberg mit Manuela Forstner wurde deutlich, wie hier Lebensräume für Artenvielfalt geschaffen und erhalten werden: Rund um den Teich bleibt eine wilde Hecke unangetastet, große Flächen werden nur ein- bis zweimal jährlich gemäht, und insgesamt wird versucht, eine Balance zwischen natürlicher Dynamik und gepflegtem Parkbild zu schaffen. Davon profitieren unter anderem das Blaukehlchen und zahlreiche seltene Arten. Zugleich wirtschaftet das Haus nachhaltig: Salat und Gemüse aus dem eigenen Garten decken einen Teil des Bedarfs der Großküche, und der reiche Obstbaumbestand – besonders Zwetschken und Äpfel – wird in der Küche verarbeitet. Ein besonderes Highlight ist die Zusammenarbeit mit dem Naturschutzbund: Jährlich werden Waldkäuze auf dem Gelände freigelassen, und auch eine Turmfalken-Nachzucht ist hier beheimatet.

2. Führung durch den Obstgarten der Stadt Wels
Parallel dazu führten Daniel Hartl und Wolfgang Gasser von der Stadtgärtnerei Wels durch den städtischen Obstgarten in Mitterlaab. Mit großer Fachkenntnis und spürbarer Leidenschaft vermittelte Wolfgang Gasser Wissenswertes über die fachgerechte Pflege und den Erhalt der rund 70 alten Obstsorten, die seit der Anlage des Obstgartens im Jahr 2004 dort wachsen.

Der öffentlich zugängliche Obstgarten dient nicht nur dem Erhalt alter Sorten, sondern auch als Erholungsraum und Lernort für alle Interessierten. Besucher:innen sind eingeladen, die Vielfalt alter Obstsorten kennenzulernen, die Früchte für den Eigenbedarf zu verkosten und zu ernten sowie Edelreiser für die eigene Veredelung mitzunehmen. Für mehr Informationen zum Obstgarten hier drücken.

Direkt neben dem Obstgarten lädt außerdem der Bienenpfad dazu ein, noch tiefer in die faszinierende Welt der bestäubenden Insekten einzutauchen.

Feierlicher Höhepunkt des Nachmittags – Auszeichnung

Nach dem gemeinsamen Ankommen bei Kaffee und Kuchen versammelten sich die Gäste im liebevoll mit regionalen Sommerblumen geschmückten Festsaal des Bildungshauses Schloss Puchberg. Mit viel Herzlichkeit und Gespür für die Veranstaltung führte Projektleiter Georg Wiesinger durch das Auszeichnungsprogramm und freute sich besonders darüber, dass das Netzwerk der Bienenfreundlichen Gemeinden mit den zehn neu ausgezeichneten Gemeinden auf mittlerweile mehr als 140 Gemeinden in Oberösterreich angewachsen ist.

Norbert Rainer, Geschäftsführer des Klimabündnis Oberösterreich, eröffnete den Festakt. Er bedankte sich bei den anwesenden Gemeindevertreter für ihren engagierten Einsatz und betonte, dass Oberösterreich durch das gemeinsame Engagement der Bienenfreundlichen Gemeinden in den vergangenen beinahe zehn Jahren Schritt für Schritt bunter, blühender und artenreicher geworden ist. Die Gemeinden schaffen damit schon heute wertvolle Lebensräume für Pflanzen, Tiere und Menschen und legen zugleich die Grundlage für eine lebenswerte Umwelt für kommende Generationen.

In seiner anschließenden Festrede würdigte Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder das vielfältige Engagement der Gemeinden für Biodiversität und Bodenschutz. Angesichts zunehmender Hitzeperioden betonte er die Chance der Gemeinden, durch naturnahe und vielfältig gestaltete Grünräume klimaresiliente und lebenswerte Orte für die Zukunft zu schaffen. Maßnahmen zum Bodenschutz und zur Förderung der Biodiversität seien dabei eine wichtige Grundlage, um Gemeinden widerstandsfähig an die Folgen des Klimawandels anzupassen.

10 neue Gemeinden ins Netzwerk aufgenommen

Mit großer Freude wurden zehn weitere oberösterreichische Gemeinden offiziell in das Netzwerk der Bienenfreundlichen Gemeinden aufgenommen. Sie haben das umfassende Beratungsprogramm erfolgreich absolviert und wurden dafür von Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder gemeinsam mit dem Klimabündnis Oberösterreich feierlich ausgezeichnet. Künftig setzen sie zahlreiche Maßnahmen für mehr Artenvielfalt, Bodenschutz und bienenfreundliche Lebensräume um.

Als sichtbare Anerkennung ihres Engagements erhielten die Gemeinden ihre Bienentafel, eine Urkunde sowie eine heimische Wildstaude.

ausgezeichnete Gemeinden 2026:

Holzhausen, Kematen an der Krems, Klaffer am Hochficht, Oberneukirchen, Pasching, Reichersberg, Schleißheim, St. Veit im Innkreis, Ulrichsberg, Walding

Holzhausen
Kematen an der Krems
Klaffer am Hochficht
Oberneukirchen
Pasching
Reichersberg
Schleißheim
St. Veit im Innkreis
Ulrichsberg
Walding

Jubiläumsgemeinden geehrt

Es wurden jedoch nicht nur die neuen bienenfreundlichen Gemeinden in Oberösterreich gefeiert, sondern auch jenen Gemeinden gedankt, die sich bereits seit fünf Jahren im Projekt engagieren. Insgesamt wurden 17 Jubiläumsgemeinden für ihr langjähriges Engagement gewürdigt. 11 von ihnen nahmen an der Veranstaltung teil und durften sich neben einer Urkunde auch über einen Bienenfreundlich-Liegestuhl als besonderes Dankeschön freuen.

5-Jahres Gemeinden:

Bezirk Braunau: Helpfau-Uttendorf u. Neukirchen an der Enknach, Bezirk Eferding: Hartkirchen, Bezirk Gmunden: Bad Goisern u. Bad Ischl, Bezirk Linz Land: Wilhering, Bezirk Ried im Innkreis: Obernberg am Inn, Bezirk Urfahr Umgebung: Altenberg bei Linz, Bezirk Vöcklabruck: St. Lorenz und Vöcklamarkt

Bezirk Braunau
Bezirk Eferding
Bezirk Gmunden
Bezirk Linz Land
Bezirk Ried im Innkreis
Bezirk Urfahr Umgebung
Bezirk Vöcklabruck

Musikalische Begleitung und Bienensong

Für den musikalischen Rahmen sorgte Solokünstler Florian Birklbauer, der mit feinen Klängen durch das Programm begleitete. Als kreativen und stimmungsvollen Höhepunkt präsentierte er den eigens für das Projekt „Bienenfreundliche Gemeinde“ im Jahr 2024 getexteten und komponierten Bienensong – in Form eines mitreißenden Raps über die Schneckenhaus-Mauerbiene Sabine, der das Publikum begeisterte und die Botschaft des Projekts auf künstlerische Weise in Szene setzte.

Musiker Florian Birklbauer
Bienensong „Schneckenhaus-Mauerbiene Sabine“

Gemütlicher Ausklang

Beim gemeinsamen Buffet und musikalischer Umrahmung klang das Bienenfest in entspannter Atmosphäre aus. Vertreter:innen der Gemeinden nutzten die Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch, knüpften neue Kontakte und nahmen zahlreiche Anregungen für zukünftige Projekte mit nach Hause.

Das Bienenfest zeigte einmal mehr, wie wertvoll das gemeinsame Engagement der oberösterreichischen Gemeinden für Biodiversität und Bodenschutz ist. Mit jeder neuen Bienenfreundlichen Gemeinde wächst das Netzwerk weiter – und damit auch der Beitrag zu einer vielfältigen und lebenswerten Zukunft.

Stimmen aus den ausgezeichneten Gemeinden

Danke für eure Eindrücke aus:

  • Ulrichsberg
  • St. Lorenz
  • Bad Ischl
  • Holzhausen
  • Kematen a.d. Krems
  • Walding
  • Schleißheim
  • Obernberg/Inn
  • Oberneukirchen
  • Reichersberg
  • Vöcklamarkt
  • Pasching
  • Helpfau-Uttendorf
  • Wilhering

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